Press

Intakt Records in New York
From the News-Page of the Jazz Fest Sarajevo, Bosnia, 5. April 2012

“Zurich-New York: Intakt Records at The Stone” is the name of a two week festival held last month at New York’s The Stone, 40 artist who work with and for the independent label Intakt Records were gathered.

The Stone is a non profit venue that has promoted experimental and avan-garde music for tha last eight years. John Zorn, composer and art manager of the club offered the venue and Intakt founder Patrik Londolt responded with this ambicious and complex project.

„Zurich-New York“ featured just a few Intakt signed artist at 26 concerts. The label was founded 1986 and has published over 200 releases.

Among Swiss artist were pianist Irène Schweizer, drummer and percussionist Pierre Favre, saxophonists Jürg Wickihalder i Co Streiff, drummer Lucas Niggli, pianists Gabriela Friedli and Sylvie Courvoisier, and among band leaders from the American continet have performed saxophonist Oliver Lake, drummers Andrew Cyrille and Tom Rainey, guitarist Elliott Sharp and female saxophone player Ingrid Laubrock.



Review of Intakt at The Stone by Ken Weiss (Page 3 to 7)
Interview with Irène Schweizer by Ken Weiss (Page 8 to 28)
Interview with Pierre Favre by Ken Weiss (Page 29 to 51)

Cadence Magazine, July/August/September 2012
(The Independent Journal of Creative Improvised Music, Vol. 38, No. 3)

PDF-File with frontpage, review, interviews



Intakt: The Stone, New York
From Martin Longley, Jazzwise Magazine, June 2012

Scan of the Festival-Review



Intakt at The Stone
Von Christoph Wagner, Jazzthetik Magazin, Mai/Juni 2012

Scan der Zeitschriftenseite



Das «Intakt»-Festival im New Yorker Jazzclub «The Stone»
Eine geballte Ladung «Swissness»
Von Christian Rentsch, Jazz ‘n’ More, Mai/Juni 2012

Scan des Zeitschriftenausschnitts



New York dient als Schweizer Klanglabor
Von Christoph Wagner, Schwarzwälder Bote, 3. April 2012

Scan des Zeitungsausschnitt



NEW YORK @ NIGHT
By Andrey Henkin, THE NEW YORK CITY JAZZ RECORD, April 2012

PDF-File of “NEW YORK @ NIGHT”-Page



Intakt Brings Top Talent to the Stone
From Ted Panken, Downbeat Magazine, May 2012

PDF-File with frontpage and article



Eine geballte Ladung «Swissness»
Aargauer Zeitung, Freitag, 16. März 2012
Von Christian Rentsch

PDF der Printausgabe



Schweizer Jazz blüht im New Yorker Treibhaus
WOZ Die Wochenzeitung, Nr. 13, 29. März 2012
Von Christoph Wagner, New York

PDF der Printausgabe



Jazz aktuell mit Beat Blaser
Jazz aktuell auf Radio DRS2
Dienstag, 20.3.2012, 21.00 Uhr

Link zur Seite der Radiosendung (Der Bericht beginnt ab Minute 31)



Schweizer Jazzer erobern New York
DRS2aktuell vom Freitag, 9.3.2012, 12.03 Uhr
Von Ellinor Landmann

New York ist nach wie vor das Mekka der Jazzmusik, dorthin pilgert, wer wissen will was angesagt ist, dorthin reist, wer zeigen will, was er kann. Und zur Zeit tun das Schweizer Jazzer gleich im Multipack.

Musikerinnen und Musiker des Labels Intakt spielen zwei Wochen lang in New York, jeden Abend zwei Shows im berühmten Club «The Stone».

Zu den New York-Reisenden gehört auch der Tenorsaxofonist Michael Jäger. Ob ihn die Ehrfurcht vor den grossen Grössen im Mekka des Jazz erdrückt hat?

Link zur Sendung



Im Takt in Manhattan
Von Christoph Merki, Tagesanzeiger, 12.03.2012

Artikel als PDF-Datei der Printausgabe (3mb)

Ein Schweizer Jazzfestival mitten in New York: Auf Einladung von John Zorn bespielen Lucas Niggli, Irène Schweizer und weitere Musiker des Zürcher Intakt-Labels zwei Wochen lang den Club The Stone.

Wo sonst weihevolle Orgeltöne erklingen, erklingt verhalten ein Altsaxofon. Seafarers & International House im New Yorker East Village, Freitagvormittag. Die vielstöckige Herberge, im Jahr 1873 von einem lutheranischen Pastor für Seefahrer gegründet, ist heute ein Hotel. Noch immer aber befindet sich im Haus eine kleine Kapelle, und hier spielt sich jetzt die Jazzsaxofonistin Co Streiff für ihre Konzerte im The Stone ein. Ein wenig bedrückt wirkt sie. Eben hat sie erfahren, dass der Kontrabassist ihres Quartetts, Christian Weber, keine Einreiseerlaubnis für die USA bekommen hat. «Ich weiss noch nicht, wer als Ersatz einspringen könnte», sagt sie.

Dass Zürcher Musiker nach New York fahren, um zu jazzen, ist heute fast selbstverständlich geworden. Längst ist die Welt nicht mehr so, wie sie noch ein altes Ölbild im Seafarers & International House zeigt: Von der New Yorker Battery schweift der Blick auf die stürmisch wogende See hinaus, auf Schiffe mit geblähten Segeln, die von weit her nach New York gelangen in Zeiten, wo «von weit her» noch wirklich von weit her meinte. Heute dagegen scheint alles einfach.

Hohe Spesen, tiefe Gagen

Noch nie spielten Schweizer Jazzmusikerinnen und -musiker derart geballt in New York wie jetzt in diesen Tagen. Es ist John Zorn, der sie gerufen hatte. Der Saxofonist, Mitbegründer der New Yorker Noise-Szene, ist mit seinem Œuvre eine der prägenden Figuren der zeitgenössischen Musik der letzten dreissig Jahre. Heute lädt er als Künstlerischer Leiter des Jazzclubs The Stone im East Village auch Indie-Labels mit ihren Musikern ein. Vor zwei Jahren bot er so dem Betreiber des Zürcher CD-Labels Intakt, Patrik Landolt, das Kuratorium für The Stone an: «March 2012 is yours!»

Und jetzt treffen die Zürcher Jazzer also alle nach und nach ein fürs zweiwöchige Intakt-Festival, teils sind sie im Seafarers & International House einquartiert: Co Streiff, die Saxofonisten Michael Jaeger und Jürg Wickihalder, die Pianistinnen Gabriela Friedli und Irène Schweizer, die Bassisten Jan Schlegel und Fabian Gisler, der Gitarrist Philipp Schaufelberger, der Posaunist Samuel Blaser und gleich vier Schlagzeuger: Lucas Niggli, Pierre Favre, Dieter Ulrich, Julian Sartorius. Einen immensen Aufwand haben die Intakt-Musiker betrieben, bedenkt man die Bedingungen der Konzerte hier. The Stone zahlt nämlich weder Flugreisen noch Hotels, die Musiker spielen «on the door», bekommen also als Gage einfach die Eintrittsgelder, was bei rund 100 Plätzen und 10 Dollar Eintritt auf keinen Fall üppig sein kann. «Wenn man die Chance bekommt, in John Zorns Club die eigene Musik zu verbreiten, muss man einen triftigen Grund haben, um Nein zu sagen», meint aber Intakt-Chef Patrik Landolt dazu. «Wir haben dank The Stone eine Publizität, die weit über den Anlass hinausgeht.»

Eine Nation von Drummern

Tatsächlich haben sich die Jazzkritiker der «New York Times» fürs Festival angekündigt. Und im «New York City Jazz Record»-Heft, das in den meisten Jazzclubs hier stapelweise aufliegt, kommen die Schweizer ausgiebig zu Wort: der Zürcher Schlagzeuger Dieter Ulrich gibt etwa in einem eigenen Text Einblick ins Jazzland Schweiz – und mancher New Yorker Jazzliebhaber dürfte staunen darüber, dass die Schweiz mit Charly Antolini, Pierre Favre, Daniel Humair und Peter Giger die wichtigsten europäischen Jazzschlagzeuger stellt.

Am ersten Abend des Intakt-Festivals spielen unter anderem der britische E-Gitarren-Tüftler Fred Frith (selber auch Intakt-Künstler) und der Zürcher Drummer Lucas Niggli im Duo. Luftig, leicht, lausbubenhaft setzt Lucas Niggli gleich zu Beginn ein Glanzlicht. Ein Zuschauer im The Stone hat das Konzert auf Video aufgenommen. «Kann ich eine Kopie haben?», spricht ihn Niggli später an. Ja, dieser Gig ist auch für ihn nicht alltäglich. Niggli stört sich auch nicht an lediglich 210 Dollar Gage an diesem Abend. Genauso wenig wie über die schlichte Infrastruktur im The Stone, der so ganz anders ist als die meisten bekannten New Yorker Jazzclubs.

Man nehme The Jazz Standard an der 27th Street, wo man in diesen Tagen dem Pianisten Matthew Shipp lauschen kann. Ein Hauch von Nachtclub am Eingang, ein Baldachin mit türkisblauen Lämplein, eine rote Leuchtreklame. Das Publikum sitzt auf roten Lederstühlen, trinkt, pickt einen Happen. Es kann schon mal passieren, dass Matthew Shipp auf dem Bandstand irritiert aufblickt, wie ein Kellner ein Hähnchen serviert.

Im The Stone gibt es keine Hähnchen. Dieser Jazzclub ist ein reines Auditorium. Die Musik soll ganz im Zentrum stehen. Es gibt keine Bar, keine Getränke. Und ja, wer den Club sucht und nicht mit den Örtlichkeiten vertraut ist, findet ihn garantiert nicht. Keine Hausnummer, nicht das kleinste Schildchen, schon gar keine Leuchtreklame. Wenn man dann noch erfährt, dass The Stone keinerlei Werbung schaltet, kein Telefon hat, keine Programme druckt – dann fühlt man sich hier fast ein wenig erinnert an Arnold Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen. Die Art, wie sich The Stone nach aussen geradezu versteckt und sich der Kulturindustrie entzieht, hat etwas ähnlich Rigoroses. Und trotzdem – oder gerade deshalb – spielt hier die Elite des experimentellen US-Jazz.

Musiker auf Augenhöhe

Am zweiten Festivalabend spielt Lucas Niggli ein zweites Mal, diesmal mit dem E-Gitarristen Elliott Sharp und dem Bassisten Melvin Gibbs. «Ich wollte im The Stone nicht mit einer meiner fixen Bands kommen, sondern mit New Yorker Musikern experimentieren», hat Niggli zuvor gesagt. Glücklich ist er dann vor allem tags darauf mit Aufnahmen, die das Trio nach dem Konzert in einem Brooklyner Tonstudio machte: «Ich bin sicher, dass daraus eine Platte wird.»

Gerade um solche konkrete Resultate geht es auch Patrik Landolt: Das zweiwöchige Engagement soll nicht nur Presseecho auslösen, sondern auch musikalisch Spuren hinterlassen. Es gehe um Begegnungen, um die Pflege schon bestehender Zusammenarbeiten von Zürcher und New Yorker Musikern. Als Schweizer in New York verspüre man schon etwas von der «Aura der grossen Jazzgeschichte», sagt Landolt. Man dürfe das aber nicht als Machtgefälle deuten zwischen den Musikern, die sich heute «auf Augenhöhe» treffen würden: Gerade auch John Zorn schaue nicht von oben herab auf die europäischen Jazzer, im Gegenteil. «Er und die New Yorker Downtown-Szene haben bereits in den 1980ern den Amerika-Zentrismus überwunden.»

Der Bassist ohne Visum

Am dritten Abend tritt das Quartett Co Streiffs und des New Yorker Trompeters Russ Johnson auf. «Seit vier, fünf Jahren spielen wir zusammen», unterstreicht Johnson die Solidität des helvetisch-amerikanischen Projekts. Anstelle von Christian Weber zupft ein New Yorker Musiker jetzt den Kontrabass – ganz ordentlich, aber Weber mit seiner Urwüchsigkeit fehlt hier doch.

Dass der Zürcher nicht dabei sein kann an diesem Abend, will im The Stone niemandem so recht in den Kopf. Amerikanische Musiker können problemlos in Europa einreisen. Die Schweizer Musiker benötigten aber alle ein Arbeitsvisum für ihren New-York-Gig, und auf der amerikanischen Botschaft in Bern hatten sie teils stundenlang warten müssen. Die Einreise in die USA habe sich fast so schwierig gestaltet wie früher die in die alte Sowjetunion, erzählt Patrik Landolt. Ein unvorstellbarer Papierkrieg. «Die USA diskriminieren die Europäer.»

Das Befremden des Trompeters

Ob das Gesuch Webers verschleppt wurde, weil dieser in den letzten Monaten nach Malaysia, nicht gerade eine freundnachbarliche Nation der USA, gereist war? Im The Stone kann man nur rätseln. Dem Amerikaner Russ Johnson bleibt es vorbehalten, seinem Befremden über die US-Botschaft in Bern Ausdruck zu geben: «Unverständlich!» Johnson schüttelt den Kopf.

Und man denkt zurück ans Seafarers & International House, an die alten Ölbilder mit Schiffen auf stürmischer See. Manchmal türmen sich heute noch hohe Wellen zwischen neuer und alter Welt.

Link zum Online-Artikel auf www.tagesanzeiger.ch mit Bilder-Gallerie und Videos



Transatlantische Jazz-Begegnung in New York
Von Rita Emch, New York, swissinfo.ch, 5. März 2012

Während zwei Wochen spielen Musiker aus der Zürcher Jazz-Szene in New York in verschiedenen Gruppierungen mit US-Kollegen und -Kolleginnen. Konzertort ist das Lokal “The Stone”, das auf radikale Art Musik und nicht Kommerz ins Zentrum stellt.

Kuratiert werden die rund 26 Konzerte von Patrik Landolt, dem Mann hinter dem Zürcher Label Intakt Records. Der 1986 gegründete Verlag hat sich zu einem der bedeutendsten Label für innovativen, zeitgenössischen Jazz aus der Schweiz und der globalen Szene entwickelt und hat bis heute rund 200 CDs herausgegeben.

Eingeladen wurde Intakt Records vom Musiker und Produzenten John Zorn, dem künstlerischen Leiter des “Stone”. Das Lokal wird von einer nicht auf Profit ausgerichteten Institution getragen und bietet Raum für experimentelle und improvisierte Musik verschiedener Sparten.

Zum Betriebskonzept des “Stone” gehört es, dass immer wieder andere Leute die Konzerte kuratieren, oft Musiker aus der New Yorker Szene oder kleinere Indie- oder Avantgarde-Labels aus den USA. Jetzt wurden auch Labels aus aller Welt eingeladen, darunter Intakt Records.

“Diese Einladung ist für Intakt Records eine grosse Ehre. Gleichzeitig war es eine Herausforderung, das Ganze von Zürich aus zu organisieren”, erklärt Patrik Landolt im Gespräch mit swissinfo.ch in New York.

“Ich kenne die weniger kommerzielle Szene in den USA sehr gut.” Es gebe viele ausgezeichnete Musiker und Musikerinnen, doch oft fehle es an Geld.

Ausdrucksfreiheit
Ein Lokal wie das “Stone” biete die Möglichkeit, dem entgegen zu wirken, es sei ein Fenster für innovative Kultur. “Es ist ein radikaler Freiraum, geprägt vom Motto der Rede- und Ausdrucksfreiheit.” Ein Anliegen, das John Zorn sehr wichtig sei.

Die Radikalität zeige sich in allen Aspekten des “Stone”: Der simple Raum, keine Bar, die Arbeit von Freiwilligen, das Ganze habe auch etwas Asketisches an sich. “Es ist ein Modell, wie man in einer stark kommerzialisierten Welt wie hier in New York eine gegenkulturelle Öffentlichkeit schaffen kann.”

Präsentation und Begegnungen
Das Zusammenstellen des Programms sei kein Problem gewesen. Zwei Punkte, sagt Landolt, seien ihm wichtig gewesen: Einerseits die Präsentation der Arbeit der Musiker und Musikerinnen, andererseits die Begegnung zwischen Zürich und New York, wobei es auch darum gehe, neue Dinge auszuprobieren, den Auftritten durch neue Formationen einen Werkstatt-Charakter zu verleihen.

“Und vielleicht ergeben sich aus neuen Begegnungen hier auch nachhaltigere Kontakte, so dass neue Projekte vertieft und eine Zukunft haben werden. Die kreative Auseinandersetzung mit der US-Jazzszene ist auch für die Szene in der Schweiz von Bedeutung. New York ist Wiege und Hauptstadt des Jazz, der sich hier bis heute auch immer wieder erneuert.”

Finanzen und Visa-Bürokratie
Neben der Programmgestaltung musste sich Landolt um die Finanzierung von Reise und Unterkunft kümmern. Dazu wurde zu einem traditionellen Mittel gegriffen: Es wurde ein Verein “Zürich-New York” gegründet und dank tatkräftigem Engagement aller Beteiligten kamen schliesslich die Finanzmittel zusammen. Dies vor allem dank der Unterstützung von Pro Helvetia, von Stadt und Kanton Zürich sowie der Stiftungen Stanley-Johnson-Thomas und Bloch.

Am aufwendigsten aber war die Organisation der Einreise in die USA, denn wer als Musiker hier einen Auftritt hat, braucht ein Arbeitsvisum. Eingereicht wurden die Visaanträge schliesslich mit Hilfe einer spezialisierten Agentur.

Trotzdem hat nicht ganz alles geklappt: Einer der Musiker konnte nicht mitreisen, weil er noch immer auf sein Visum wartet, sein Pass liegt bei der US-Botschaft.

Full House
Die Konzertreihe im “Stone” ist gut gestartet. An den ersten drei Abenden war das Lokal praktisch zum Bersten voll. Zum Auftakt spielten der Schweizer Drummer Matthias Bossi mit dem Bassisten Shahzad Ismaily und dem Gitarristen Fred Firth, im zweiten Set Fred Frith und der Drummer Lucas Niggli.

Am zweiten Abend spielte die Saxophonistin Co Streiff mit Fred Frith. Zuvor hatte Niggli einen weiteren Auftritt – mit dem Gitarristen Elliott Sharp und Melvin Gibbs, einem Bassisten, der früher bei Ornette Coleman spielte. “Mit dieser Formation ging für mich ein Wunsch in Erfüllung “, erklärte Niggli nach dem Auftritt gegenüber swissinfo.ch voller Begeisterung.

“Für mich ist das eine Art Studienreise. Als ich von dem Projekt hörte, war mir klar, das wird ein Moment und ein Ort für Experimente sein. Eine Chance, die zahlreichen Kontakte nutzen zu können, die Patrick [Landolt] hier hat.”

Dass er nun mit Sharp und Gibbs spielen konnte und am Tag darauf noch Studioaufnahmen folgen würden “macht total Spass”, so Niggli. “Ich hoffe, dass sich daraus etwas Nachhaltiges ergeben wird.”

Begeistert über die Möglichkeiten, die sich ihm hier bieten, zeigte sich auch der Schlagzeuger Julian Sartorius. “Ich freue mich extrem, hier in New York zu sein, dem legendären Zentrum des Jazz, das ist eine tolle Erfahrung, neue Begegnungen mit derart vielen Musikerinnen und Musikern”, sagte der Jüngste aus der Schweizer Gruppe.

Lokale Gäste
“Intakt ist ein hervorragendes Label”, erklärte einer der Zuhörer, die am ersten Abend des von Landolt kuratierten Gastspiels an einem windigen Abend vor dem “Stone” standen und auf die Türöffnung warteten, auf die Frage von swissinfo.ch, was ihn hierher gebracht habe. “Zudem bin ich ein Fan von Fred Frith, ein Grund mehr, wieder mal von New Jersey nach Manhattan zu kommen.”

Ähnlich äusserte sich ein Fan, der aus New Hampshire angereist kam und fünf Stunden Weg auf sich genommen hatte. “Ein guter Moment, ein paar Tage nach New York zu kommen.” Beide waren übrigens von den ersten Auftritten derart eingenommen, dass sie am nächsten Abend gleich nochmals kamen.

AUFTRITTE
Folgende Musiker und Musikerinnen aus der Schweiz haben im Verlauf der Konzertserie Zürich-New York – “Intakt Records at the Stone” Auftritte:
Piano: Irène Schweizer und Gabriela Friedli
Saxophon: Co Streiff, Michael Jaeger und Jürg Wickihalder
Schlagzeug: Pierre Favre, Lucas Niggli, Julian Sartorius und Dieter Ulrich
Gitarre: Philipp Schaufelberger
Bass: Fabian Gisler und Jan Schlegel. Ebenfalls zur Gruppe gehört der Bassist Christian Weber, der bis zur Abreise kein Visum erhalten hatte.
Zu den Musikerinnen und Musikern aus den USA gehören unter anderem die Saxophonisten Tim Berne und Oliver Lake, der Geiger Mark Feldmann, die Gitarristin Mary Halvorson, die Gitarristen Fred Frith und Elliott Sharp, der Drummer Andrew Cyrille, die Bassisten Melville Gibbs, Drew Gress und Ray Anderson, die (Schweizer) Pianistin Sylvie Courvoisier, Russ Johnson (Trompete), Tony Malaby (Sax), Tom Rainey (Drums) und Ingrid Laubrock (Sax). Für einige der Musiker und Musikerinnen aus Zürich werden es die ersten Auftritte in New York sein. Die Konzertreihe dauert noch bis zum 15. März.

“THE STONE”
Das unscheinbare, kleine Lokal liegt in einem Eckhaus an der Avenue C und der 2. Strasse im East Village. Alles ist ganz einfach gehalten, ein paar Reihen Klappstühle, einige Schaumstoffkissen, der Platz für die Musiker – eine Bar gibt es nicht, denn im “Stone” geht es nur um die Musik. Das Lokal fasst rund 75 Personen, mehr sind feuerpolizeilich nicht erlaubt. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern gehen nach jedem Auftritt direkt an die Künstler und Künstlerinnen. Betrieben wird das “Stone” von Freiwilligen, die sich um die Eingangskontrolle und die Technik kümmern. Der Eintritt kostet zehn Dollar. Gästelisten im klassischen Sinne gibt es nicht, jeder und jede bezahlt. Normalerweise einmal pro Monat findet ein Benefizkonzert mit höheren Eintrittspreisen statt. Der Erlös aus diesen Konzerten, an denen immer wieder Grössen wie Lou Reed oder Laurie Anderson auftreten, dient dazu, die Kosten der Miete zu decken.

Link zum Artikel auf www.swissinfo.ch



Listening to People: How the Swiss keep jazz Intakt
Article on www.cityarts.info
by HOWARD MANDEL on Feb 22, 2012

With no background of blues, gospel or swing, what does “jazz” sound like? A two-week festival March 1–15 at The Stone of the Zurich-based musicians who record for the Swiss record label Intakt offers intriguing examples.

Pianist Irene Schweizer will perform powerful, blocky improvisations. Pierre Favre, her frequent accompanist and one of Europe’s busiest drummers, will demonstrate his non-idiomatic rhythmic approach. Trombonist Samuel Blaser brings a burred vocal tone and patient deliberation to melodic development. Ingrid Laubrock, with childhood classical and choir training, plays soprano, alto, tenor and baritone saxes, has studied formally with U.K. as well as U.S. jazzers and leads several bands, one with Brazilians; her music stymies characterization.

A dozen unfamiliar instrumentalists make their New York debuts (see The Stone’s schedule online at www.thestonenyc.com), some in league with local veterans, including Elliott Sharp, Melvin Gibbs, Oliver Lake, Andrew Cyrille and Mark Feldman. A showcase of individuals rather than an invading movement, the Intakt artists’ stand won’t conclusively answer questions about Euro-jazz. But why should such questions arise?

Because there’s a bristly contradiction in jazz theories. The music is regarded as essentially derived from black American experience and/or a universal language, crossing borders based on fundamental values of virtuosity and spontaneous humanistic response. There’s also a popular notion that artful jazz is loved better in Europe and Japan than in the United States. Indeed, the story has been promoted that jazz creativity is now richer across the waters than here at home. I believe that’s a “grass is greener” fallacy.

Well-paying gigs have long been available overseas for American musicians under-appreciated in our culture. Since Josephine Baker took Paris by storm in the ’20s, dancing in a skirt of bananas, black jazz-associated Americans have often been privileged as “authentic” and exotic. European governments’ historic support of the arts—a throwback to the patronage model started in their royal courts?—until recent cutbacks helped black (and white) American jazzers find some relief from good ol’ U.S. racism, enjoy nice paychecks, artistic respect and the benefits of short distances between foreign capitals for efficient tours.

Well and good. This phenomenon also primed the European jazz pump; the basics of jazz took root in the British Isles and throughout the Continent almost as soon as Louis Armstrong’s earliest recordings reached those shores. Django Reinhardt and Stéphane Grappelli created the first identifiably homegrown Euro jazz style, but that was just a beginning.

Brits, French, Dutch, Germans, Italians, Scandinavians, Greeks, Turks, Eastern Europeans and Russians have all borne local jazz scenes and produced their heroes, musicians who might hone their skills with traveling Americans but also promote their national identities. After almost 100 years, that trend has reached fruition.

Has the jazz spark abandoned home for more fertile fields abroad? Nah, but it has spread worldwide and taken root almost everywhere. That doesn’t weaken our native stock; American jazz is ennobled by such emulation. And if we open our ears to individuals’ music, we’re bound to be delighted. We don’t listen to countries, after all, we listen to people.

In the movie The Third Man, Orson Welles, playing villain Harry Lime, compares the Borgias’ reign of warfare, terror, murder and bloodshed, resulting in Michaelangelo, da Vinci and the Renaissance, with Switzerland’s “500 years of brotherly love, democracy and peace. And what did that produce? The cuckoo clock.” Well, Switzerland also gave us Rousseau, mountain climbing, LSD and excellent chocolate. At The Stone, hear Intakt’s musical artists and some of what’s coming next.

more from Howard Mandel on his Blog: www.artsjournal.com/jazzbeyondjazz/



Newsmeldung des Jazzthing-Magazin, 1. März 2012
Text von Christian Broecking, Stefan Franzen & Martin Laurentius

Keine Bühne, keine Klimaanlage, kein Bar-Betrieb, nur ein ganz kleiner Hinweis an der Ladentür, den man abends kaum erkennen kann. Keine Werbung, keine Scheinwerfer, das Programm ist nur über das Web zu erfahren. Wenn es voll wird, drängen sich 80 Leute rein, zehn bis 15 Dollar Eintritt kosten die Konzerte im New Yorker The Stone gewöhnlich. Die „Einnahmen“ gehen zu 100 Prozent an die Musiker, die Kosten für Unterhalt und Miete bringt John Zorn für seinen Club mit eigenen Konzerten auf: „support freedom of expression by supporting the stone“, heißt es dazu online.

Unlängst hat Zorn die Betreiber engagierter unabhängiger Plattenfirmen darum gebeten, jeweils einen halben Monat lang das Musikgeschehen seines Clubs zu gestalten. Vom 1. bis 15. März ist nun Patrik Landolt, Geschäftsführer und Produzent des Schweizer Labels Intakt, Kurator im Stone. Im Rahmen seines Programms reisen Irène Schweizer, Pierre Favre, Lucas Niggli, Jürg Wickihalder, Dieter Ulrich, Philipp Schaufelberger, Gabriela Friedli, Jan Schlegel, Christian Weber, Michael Jaeger, Fabian Gisler, Samuel Blaser, Julian Sartorius und Co Streiff nach New York, um in unterschiedlichen Besetzungen unter dem Motto „Zürich – New York“ mit Oliver Lake, Andrew Cyrille, Russ Johnson, Ray Anderson, Elliott Starp, Fred Frith, Tim Berne, Tony Malaby, Tom Rainey, Ingrid Laubrock, Sylvie Courvoisier und Mark Feldman aufzutreten. Unter den 26 verschiedenen Konzerten wird es zahlreiche Premieren und neue internationale Aufnahmeprojekte wie das Trio von Elliott Sharp, Melvin Gibbs und Lucas Niggli geben. Mit einem eigenen Newsletter berichtet das Label über das tägliche Geschehen in NYC.

Link zum Artikel:

http://www.jazzthing.de/news/2012-3-1-new-york-intakt/



THE NEW YORK CITY JAZZ RECORD
March 2012 Issue (No. 119)

article about Intaktrecords-Musician, reviews of Intaktrecords-Releases:

Page 3 (PDF Page 2): Editorial
Page 6 (PDF Page 3 and 4): Interview with Pierre Favre
Page 11 (PDF Page 5): Dieter Ulrich Megaphone: Switerland – a drummer’s country
Page 14 (PDF Page 6): Tom Rainey Trio CD-review / Ulrich Gumpert Günter “Baby” Sommer CD-review / Irène Schweizer as recommended new release
Page 16 (PDF Page 7): Globe Unity: Lucs Niggli Big Zoom CD-review
Page 20 (PDF Page 8): Biondini-Godard-Niggli CD-review / Fred Frith CD-review
Page 22 (PDF Page 9): Co Streiff-Russ Johnson Quartet CD-review
Page 31 (PDF Page 10): Irene Schweizer Solo CD-review / Wickihalder Quartett CD-review

PDF-File of THE NEW YORK CITY JAZZ RECORD with all related pages (6 MB)

www.nycjazzrecord.com



Intakt goes New York
Von Florian Keller

Neue Zürcher Zeitung, 25. Februar 2012

JPG-Datei von NZZ



Vom Moods in den Club John Zorns
Von Frank von Niederhäusern

Züritipp, 23. Februar 2012, Seite 22

JPG-Datei von Zueritipp



Zürcher Jazzer erobern den Big Apple
Von Manfred Papst

NZZ am Sonntag, 19.02.12, Nr. 8, Seite 71

PDF-Datei von NZZ am Sonntag



“Zürich – New York”: Schweizer Jazzer im Club “The Stone”

Transatlantischer Musik-Austausch

Von Frank von Niederhäusern, SFD

Das Zürcher Jazzlabel Intakt gastiert anfang März im renommierten New Yorker Club “The Stone”. Vor ihrer Abreise lädt die Musikerdelegation zum Minifestival ins Zürcher “Moods”.

Die 13 Jazzerinnen und Jazzer aus Zürich reisen auf Einladung des US-Saxofonisten John Zorn nach New York. Zorn ist nicht nur eine Lichtgestalt der internationalen Improvisationsszene, er betreibt auch ein eigenes CD-Label und den renommierten Club “The Stone” im East Village.

“Vor gut einem Jahr hatten wir die Idee für einen transatlantischen Austausch”, sagt Intakt-Chef Patrik Landolt dem Schweizer Feuilleton-Dienst. “Zorn hat mir daraufhin die Kuratierung seines Clubs angeboten.”

Mit dabei ist auch Lucas Niggli. “New York ist und bleibt eine der grössten Szenen für aktuelle Musik”, betont der Ustermer Perkussionist. “Es ist toll, eine Plattform zu erhalten, um unsere Spielweisen mit der aktuellen New Yorker Musiksprache zu mischen.”

Erstmalige Begegnungen

Landolts Vernetzung und Renomée machten es möglich, dass im “Stone” nun erstmalige Begegnungen stattfinden. Saxerin Co Streiff spielt mit Gitarrist Fred Frith. Lucas Niggli mit Melvin Gibbs, ehemals Bassist beim Freejazz-Pionier Ornette Coleman. Und Pianistin Gabriela Friedli trifft Saxer Tony Malaby.

Jürg Wickihalder ist ebenfalls Saxofonist und studierte in den 90er-Jahren in New York. Er freut sich, alte Musikfreunde wieder zu sehen. “Ich bin gespannt, wie lebendig die Szene in diesen rauhen Zeiten ist und was es Neues zu entdecken gibt”, sagt der in Zürich lebende Glarner.

27 Konzerte mit 40 Musikern

Wickihalder wird mit seinem Overseas-Quartet in “Stone” gastieren, das er damals mit Studienkollegen gegründet hatte. Zudem tritt er mit seinem neuen European-Quartet auf und schliesslich mit dem Violaspieler Frantz Loriot. “Wir werden erstmals im Duo spielen”, freut sich Wickihalder. “Ich liebe die Viola, und Frantz ist ein fantastischer Improvisator.”

Das Intakt-Gastspiel in New York wird 27 Konzerte umfassen. Die 13 angereisten Zürcher treffen auf knapp 30 einheimische Jazzerinnen und Jazzer, darunter so klingende Namen wie Drummer Andrew Cyrille, Gitarristin Mary Halvorson, Geiger Mark Feldman, die Saxer Oliver Lake und Tim Berne oder die Bassisten Drew Gress und Ray Anderson.

Auftaukt in Zürich

Patrik Landolt erhofft sich von den Begegnungen nachhaltige Beziehungen. Lucas Niggli ist sich sicher: “Es wird viele künstlerische und soziale Impulse geben.” Jürg Wickihalder wird den Drive aus dem “Stone” gleich weiterziehen: Nach den Konzerten in New York spielt er in verschiedenen Konstellationen in Seattle, Montreal und Detroit.

Zur Aufwärmrunde treten die 13 Jazzerinnen und Jazzer in Zürich an. Am 26. und 27. Februar bestreiten sie im “Moods” ein Minifestival. “Schon dort kommt es zu neuen Paarungen”, sagt Patrik Landolt. “Am Sonntag spielen die Musiker fast fünf Stunden lang in wechselnden, rund 20-minütigen Sets.” Eine neue, spannende Form der Jam-Session.

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