INTAKT RECORDS – CD-REVIEWS

TRIO HEINZ HERBERT
The Willisau Concert

Intakt CD 287 / 2017

 


 

 

 

Christoph Merki, Tages-Anzeiger, 16. Febr. 2017

 

 

Mary Halvorson hörte sie spielen und war mesmerisiert. Und steht damit nicht allein. Denn die drei vom TRIO HEINZ HERBERT, Dominic Landolt an Gitarre, Mario 'Rio' Hänni an Drums, beide auch mit Effekten, und Ramon Landolt an Synth, Samples & Piano, die tanzen wirklich effektvoll aus der Reihe. Nicht urplötzlich, denn ihr an der Musikhochschule in Luzern erworbenes Knowhow, das zeigten sie schon bei "Rubin" (2013) & "Die Reise des Gerbikulus Starwatchers" (2014, beide auf Unit Records). Mit 'Rigobert Song' spielten sie mir fast persönlich in die Karten, auch wenn ein kamerunischer Kicker gemeint ist.
Heinz Herbert ist selbst für NowJazz-Verhältnisse far out, eigenartig wie Ronin und Plaistow (doch nicht derart minimalistisch), hypermodernistisch wie das avancierte Zeug auf Thirsty Ear, sogar mit einem squarepusherischen Drum'n'Bass-Einschlag. Hänni bringt dazu als Electronic-Housemeister bei Pablo Nouvelle Pop- & Soulfeeling ins Unterfutter. Das löste aber bei The Willisau Concert (Intakt CD 287) (am 2.9.2016) nur anfangs Hustenreiz aus mit seinem kaskadierenden Kurzweilgranulat, seinen Oszillationen und erratisch knatternden Pulsketten vom doch recht jazzfernen Ufer. Hoch­frequente Beatz sorgen für enormen Drive, der jedoch ausdünnt für Harmonika­schwebklang zu ostinatem Hänni-Riff, der ausdauernd galoppierend dem Ziel entgegen crescendiert, das nach 18 Min. erreicht wird. Die drei sind Mittelstreckler mit je zwei weiteren 11- und 8-Minütern. Bei 'Fragment Z / Brugguda' im Wechsel von einem kristallin tröpfelnden, funkelnden und zwitschernden Cyberambiente zu gitarristischer Verdichtung, repetitivem Plaistow-Riffing und eingeworfenen Beat­mustern, jeweils auch per Loop und Delay. Bei 'Hyper Down' lassen die drei es über träumerischem Piano schillern und kommen dann doch wieder repetitiv in Gang. Für 'Heinz Steps' mischen sie kurze Kurven mit krummen Wellen und weiterer CERN-Komik, während die Gitarre immer wieder versucht, da Linie reinzurocken. 'Planet Cita K' hebt zuletzt schon groovefiebrig an, flattrig und flimmrig. Hänni dreht und dreht die Beatkurbel, Gesang schallt von der Höh', zu der alles aufstrebt, aber außer Tritt und Atem kommt. So dass es gerade noch für stürmischen Beifall (auch meinerseits) und e chanz e chlene Zuägåbe reicht.
Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, BA 93, 2017

 

 

Kenny Inaoka, JazzTokyo, No 227, March 2017

 

 

Frank von Niederhäusern, Kulturtipp, Schweiz, März 2017

 

 

Ayumi Kagitani, Way Out West 97, Japan, April 2017

 


Christian Broecking, Berliner Zeitung, 22./23. April 2017

 

 

Aldo Del Noce, Jazzconvention, Italia, 3 Maggio 2017

 

 

Derek Stone, The Free Jazz Collective, April 28, 2017

 

All of the works performed by Trio Heinz Herbert – which comprises Dominic Landolt, Ramon Landolt and Mario Hänni – on their compelling disc inhabit a realm far above the mundane. The music soars on rapid flights and journeys through sonic worlds at once zealous, reflective and transcendent. A somewhat profoundly contemplative thread connects the pieces by members of the group and much of it is wholly new to the ear. The Heinz Herbert seems to have improvised this music on the fly, but it is based on wonderful sketches and patterns. And an exquisite radiance pervades the music. “Granulare Liebe/EL” is a gleaming gem, whetting the appetite for more from these quite remarkable musicians. Heinz Herbert is an exceptional artist, with a shimmering sense of sonority and the ability to find a keen balance between poetry and intensity. A memorable recording all round.

Raul da Gama (from "The Intakt Adventure Continues"), jazzdagama.com, May 1, 2017

 

Steff Rohrbach, Jazz'n'More, Mai/Juni 2017, Schweiz

 

 

 

 

Thorsten Meyer, Jazzpodium, Deutschland, Mai 2017

 

 

 

Rui Eduardo Paes, Jazz Portugal, 8.6.2017


 

Wahrlich Großartiges gibt es auf diesem Konzertmitschnitt des Trios Heinz Herbert aus der Schweiz zu hören. Eine durch eigenständige Techniken und Effekte teilweise geradezu neudefinierte Stromgitarre verschmilzt mit einem Kurzweil-Synthie, gelegentlichem Klavier und Samples sowie einem ebenso durch Effekte erweiterten Schlagzeug zu einer fast – im eigentlichen Wortsinn – unerhörten Einheit. Man erhebt sich aus klanglichem Pixelmaterial, fliegt auf unkenvontionelle Art durch vielschichtige Soundlayers, kurze melodische Motive – gern in variativer Wiederholung – und harmonische Sequenezen, vertrackte, sich stets verändernde Grooves etc., dass der geneigten Hörerin geradezu der Atem wegbleibt. Einflüsse aus Jazz, improviserter Musik, Krautrock, Minamalismen, Technoidem und mehr werden dabei in eine Klangsprache von bisweilen sensationeller Eigenständigkeit transformiert, die schillert, stets im Wandel ist und sich weiter entwickelt, fesselt und nicht mehr loslässt. Diese Musik ist so feingliedrig – sich auch mit klanglichen Mikrostrukturen auseinandersetzend – wie zupackend, so bunt wie auch aus einem Guss, so kreativ gedacht wie auch ausgeführt, so unbedingt und dabei so integriert, dass man meint, dem Elaborat eines einzigen flirrenden, musikalischen Neuronennetzwerks zu lauschen. In höchstem Maße und im besten Sinne zeitgenössische Musik von enormer Originalität, die einfach gehört werden muss und wirklich zu begeistern vermag. Sensationell!
Bertl Grisser, Freistil, Nr. 73, 2017, Österreich

 

 

Georges Tonla Briquet, Jazzenzo, Netherlands, 1. Juni 2017

 

 

 

 

Glenn Astarita, All About Jazz, USA, July 9, 2017

 

 

 

John Sharpe, All About Jazz, October 24, 2017

 

 

 

Troy Dostert's Best Releases of 2017, All About Jazz, December 16, 2017


 

 

 

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