Wir sagen NEIN zu No-Billag!

Das Intakt-Team ruft FreundInnen, MusikhörerInnen sowie die MusikerInnen dazu auf, am 4. März NEIN zur No Billag-Initiative zu stimmen.

Patrik Landolt, Lucas Niggli, Georg Bauer, Anja Illmaier, Gabrielle Favre, Florian Keller, Rosmarie A. Meier, Irène Schweizer, Jonas Schoder

 

 

Wir sagen NEIN:

Irène Schweizer, Musikerin

Ich bin eine leidenschaftliche Radiohörerin und schätze die Arbeit der RedaktorInnen von SRF in Politik und Kultur.
Einiger meiner wichtigsten Aufnahmen konnten in Zusammenarbeit mit dem SRF realisiert werden. z.B." Live at Taktlos" (1984, Intakt CD 001), "Les Diaboliques - Live at the Rhinefalls" (1997, Intakt CD 059), "First Choice Piano Solo KKL Luzern" ( 2005, Intakt CD 108), "To Whom It May Concern - Piano Solo Tonhalle Zürich" (2011, Intakt CD 200), "Schweizer-Baron Live!" (2017, Intakt CD 293). Wir brauchen ein Schweizer Radio, das anspruchsvolle Musik produziert und auch sendet, sowie die Kultur von Minderheiten schützt und fördert. No Billag ist destruktiv, darum stimme ich NEIN zu No Billag."

 


 

Trio Heinz Herbert: Dominic Landolt, Ramon Landolt, Mario Haenni:

 

Trio Heinz Herbert ist pro öffentlich rechtliche Programme und Emissionen.

Stimmt mit NEIN um die kulturelle Vielfalt zu unterstützen, sowie weiterhin eine vielseitige und neutrale Berichterstattung zu ermöglichen.

Für uns ist die staatliche Unterstützung ein grosses Privileg. Aber auch ein sehr wichtiger Beitrag für die Schweiz, um unsere Kulturlandschaft im Inland sowie im Ausland gedeihen zu lassen und nicht nur profitable Massenunterhaltung zu produzieren. Bei der Annahme der Initiative würde für uns Kulturschaffenden ein essentieller Förderungspool geschlossen.

 



Yves Theiler, Musiker, Komponist und Konzertveranstalter:

Alles, was wachsen will, braucht Reformen.
Aber nicht durch Abschaffung:
Kultur-"Konsum" nur für fette Geldbeutel?
Das Zweiklassensystem wuchert hierzulande schon genug stark im Bildungsbereich. Es kann nicht sein, dass nun auch noch in der Medienlandschaft und deren Teilbereichen wie zB der Förderung des Schweizer Musikschaffens der Hahn zugedreht wird.
Wer in diesem Land Staat abschafft, schafft unsere Identität ab. Denn die Mehrheit der wohlhabenden Bürger ist nicht bereit, fühlt sich nicht betroffen oder ist nicht organisiert genug, um anstelle des Staates diese Förderung zu decken. Das Mäzenentum ist eine für eine schwindend kleine Minderheit reserviertes Privileg. Service public hingegen ist einer der elementarsten Grundpfeiler unserer mehrsprachigen Schweiz. Somit ist auch die Billag zwingend, um diese Bandbreite an kultureller Identität aufrecht zu erhalten.
Machen sie nicht noch und noch und noch einen weiteren grossen Fehler, welcher zur bereits stattfindenden Abschaffung aller Errungenschaften beiträgt, welche die Schweiz der letzten 70 Jahre aufgebaut und geprägt haben und uns zum Vorreiter punkto Lebensqualität gemacht haben.
Denken sie zweimal nach, bevor sie abstimmen.
Diese Debatte reicht um der SRG klar zu machen, dass sie reformiert werden muss.
Eine Abschaffung der Bilag wäre aber nichts anderes als eine fatale Selbstbeschneidung.

Yves Yves Theiler, Omri Ziegele


Omri Ziegele, Saxophonist:

Wenn man das Feld den geld- und sonst geilen Medienmogulen überlässt, erklärt man der Kultur in all ihrer mannigfaltigen Vielfalt den Bankrott!

 

 

Balts Nill, Perkussionist:

Als Elfjähriger schrieb ich eine Karte ans Wunschkonzert und wünschte mir "Help" von den Beatles. An einem Montag Abend erklang auf Radio Beromünster tatsächlich "Help", eingeklemmt zwischen Vico Torriani und Peter Alexander.
Nicht immer spielte unser Schweizer Radio Musik nach meinen Wünschen. Im Jahr 2001 war es besonders schlimm: Die Musikredaktoren auf DRS 3 waren weitgehend durch Computerprogramme ersetzt worden. Im gesichtslosen Mainstream ging auch das lokale Schaffen unter. Viele Schweizer MusikerInnen protestierten. ich machte mir Luft mit einer Polemik in der Weltwoche (das war noch vor Köppel):: "Störende Musik frisst er nicht, der Computer". Der vereinigte Protest wirkte. "Sounds" wurde wieder ins DRS 3- Programm geholt. Und heute sind auch CH- Produktionen auf den SRF- Kanälen angemessen vertreten.
Es ist zwar nicht immer "mein" Wunschkonzert, was ich am Radio höre. Doch wenn ich die ganze Bandbreite nutze von Ost bis West, Nord bis Süd, dann bekomme ich ein ganz schön vielstimmiges Programm zusammen. Mein Computer gräbt mir auch mal einen Podcast aus mit verstörenden Tönen (merci, Espace 2!)
Ich muss nicht mit allem einverstanden sein, was die SRG tut. Aber mit "No Billag" geht es ans Eingemachte.
Help! Ob House oder Hof, ob Jass oder Jazz: Bei dieser Initiative haben alle etwas zu verlieren.

 

 

Christoph Irniger, Saxophonist und Veranstalter:

Ich bin gegen die No Billag Initiative, weil sie ein gefährlicher Angriff auf die schweizer Kulturlandschaft und den Grundstein Solidarität einer Demokratie ist, die wir als Lebensform unserer Gesellschaft gewählt haben. Wir finanzieren gemeinsam etwas, sodass für alle etwas drin ist – aber natürlich nicht für jeden alles: u.a. Gesundheit, Ernährung, Mobilität, Militär, Forschung, sowie Kultur und Bildung. Unabhängige Medien sind dabei essenziell, weil sie auch Strömungen jenseits des Populismus und Kommerz eine Plattform geben. Sie helfen uns dadurch eine differenzierte Meinung zu bilden und bewahren uns vor dem politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Stillstand.

 

 

Florian Egli, Saxophonist und Veranstalter:

Die No-Billag Initiative ist ein gefährlicher Angriff auf die Schweizer Kulturlandschaft, auf den freien Journalismus und letzten Endes auf die Grundwerte der Demokratie. Eine unabhängige Medienlandschaft ist ein Luxus von unschätzbarem Wert, den die No-Billag Initiative leichtfertig aufs Spiel setzt. 
Man darf ruhig auch verärgert sein über die Tatsache, dass nicht alles  zu seiner persönlichen Befriedigung läuft in den von der Billag getragenen Medien. Es rechtfertigt aber auf keinen Fall deren Zerstörung, im Gegenteil, eine Auseinandersetzung damit ist gefragt.


Katharina Weber, Pianistin:

Als Musikerin, die hörend, interpretierend, improvisierend und komponierend mit dem Radio verbunden ist, bin ich oft sehr angeregt durch Sendungen zur Neuen Musik, zum Jazz, zu aussereuropäischer Musik und Konzertübertragungen auf SRF 2. Ein Grossteil meiner Aufnahmen mit aktueller Musik, wäre ohne die Beteiligung des Radios nicht möglich gewesen. Ich finde es unerlässlich, dass wir in den öffentlich finanzierten Sendern Stimmen hören und zu Gehör bringen können, welche nicht wirtschaftlichen Zwecken dienen müssen und nicht billig gefallen müssen. Stimmen, welche unabhängig und differenziert berichten können über neue kulturelle Tendenzen, über geistige Entwicklungen in unserm Land, in Europa, in der Welt. Stimmen, welche neue Klänge darbieten können, welche Musik zu Gehör bringen dürfen, die nicht kommerziell funktioniert, sondern eine Herausforderung an die HörerInnen bedeutet. Dieses Kultursprachrohr muss unbedingt durch die Erhaltung der Billag am Leben bleiben.



Michael Jaeger, Saxophonist:

Musik verändert unsere Welt! Das wissen alle, die Musik hören. Sie ermöglicht uns allen eine Transformation. Daran kann auch die dumme No Billag Initiative nichts ändern. Musik, Kultur und Kunst dürfen den Gesetzen von Konsum und Wirtschaft nie gehorchen! Ansonsten werden sie zu einem Instrument der Macht.

 

 

Lucas Niggli, Schlagzeuger und Veranstalter:

Das öffentlich-rechtliche Radio war und ist für mich das tägliche Brot an Information und Kultur-Nahrung. Finger weg von diesem Kanal. Wie es der Name schon sagt, "öffentlich", also einer Qualitätskontrolle "unterworfen" ( was in Zeiten von grassierenden hemmungslosen Lügen und falschen Neuigkeiten ) so wichtig ist, und "rechtlich", sprich auch einem Minderheiten-Schutz verpflichtet ist.
Als Jazzmusiker gehöre ich zu dieser Minderheit – und da leistet SRF eine essentielle Arbeit, damit das gesellschaftliche Weiterkommen welches u. a. auch von KünstlerInnen angetrieben wird ("die Avantgarde von heute ist der Mainstream von morgen") , garantiert wird. 
Unvorstellbar was geschehen würde, wenn dies nur noch von sogenannten Privat-Medien geleistet werden soll ( Berlusconis Medien-Imperium und Fox sind traurige Beispiele dafür).
Das Radio als Produktionsstätte dank den Aufnahme-Studios (seit 1990 habe ich regelmässig in den Studios in Zürich und Bern Aufnahmen machen können) war für meinen Werdegang entscheidend. 
Und die Festivals wie Willisau, Schaffhausen, Lucerne festival, Taktlos, Basel Offbeat, JazzNOJazz, OnzePlus, Rete2, unerhört!, wo viele Konzerte von meinen Bands und Projekten aufgezeichnet und gesendet wurden, sind ganz wichtige Multiplikatoren und Partner von SRF für die Verbreitung dieser kreativen Outputs der Schweizer Szene, die schlussendlich auch zur "Kultur-DNA" unseres Landes beitragen.